EIN GRUSS AN DIE KÜCHEN

und die wirkliche Geschichte, wie das Reise-Kochbuch „Ammerseerenke und Zwetschgendatschi“ entsanden ist….

Und die fängt mit Barack Obama an, zumindest indirekt. Auf unserem Foto sitzt er in Krün, dem Bilderbuchdorf bei Garmisch, beim Weißwurstfrühstück. Eingeladen hatte die deutsche Kanzlerin anlässlich des Politik-Gipfels in Schloss Elmau. Der Besuch des berühmten Gastes führte allerdings dazu, dass der Weg in den Süden aus Sicherheitsgründen verwehrt war. Der Alpenübergang war gesperrt. Denn eigentlich sollte unsere Reise Richtung Süden gehen, zur Recherche nach Italien.

Wir beschlossen also, uns nicht zu ärgern und den Urlaub zuhaus mit dem Besuch in einem guten Restaurant zu „versüßen“. Wir nahmen den Slow Food-Führer Deutschland zur Hand und blätterten. „Menschenskind“, entfuhr es mir, „diese Augsburger!“ Gleich mehrere Adressen, die ganz wunderbar und besuchenswert klangen, rund um meine Geburtsstadt herum. Wir wählten den Goldenen Stern in Rohrbach bei Friedberg. Und hier entstand die Idee zum Buch.

Das Pastrami mit Wachtelei war vorzüglich, ebenso die Spargelsuppe und der mürbe Oxenbraten, bei dem wir uns damals noch wunderten, weshalb man ihn mit X schreibt. Ich fragte nach, offensichtlich auffallend neugierig, was dazu führte, dass sich Wirtin Viktoria Fuß nach meinem Beruf erkundigte. Foodjournalistin, sagte ich, und ein Gespräch begann. Sie erzählte mir vom Wittelsbacher Land und seinen Spezialitätenwirten, von Maria Birnbaum und dem Sisi-Schloss, von den Bauernhöfen und Genussmanufakturen. Sie fragte nach meinem Wohnort und ich sagte. „Ammersee“ und ihre Augen leuchteten. Denn Ammersee heißt Badefreuden und Bergblick, Eis am See oder gebratene Renke auf dem Teller. Und beide zusammen stellten wir fest, dass es hier wunderschön ist und dass man sich so manchen Stau Richtung Süden sparen sollte und eine Gegend entdecken, die noch so viele Geheimtipps bereithält.

Eigentlich sollte ich also Mister Obama Danke sagen. Auf jeden Fall aber ist es mir Bedürfnis und Vergnügen, mich bei all jenen zu bedanken, die ganz konkret an der Entstehung dieses Buches beteiligt waren. „Rezepte von unterwegs“ erhält man nur, wenn Köchinnen und Wirte, Bäuerinnen und Genusshandwerker sich in die Töpfe schauen lassen und ihr Rezeptbüchlein zücken oder Gastronomen sich trotz ihrer 80-Stunden-Wochen Zeit nehmen. Und Danke an die Malerin Uschi Roll aus Kissing die ihr Ku(h)nst-Projekt extra für uns um „Oxen“ erweiterte.

Vielleicht sollten wir Herrn Obama jetzt, wo er doch Zeit hat, einladen und ihm bei Ammerseerenke und Zwetschgendatschi erzählen, was es hier zu entdecken gibt!